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Leader's Digest - Oktober 2023

Zukunftsfähigkeit ist das Top-Thema, das die Entscheider der deutschen Wirtschaft in 2023 antreibt!



Executive Summary

  • Von Mittelstand bis Konzern - das Thema Zukunftsfähigkeit treibt die deutsche Wirtschaft vor sich her. Im Leader’s Digest beleuchten wir die 5 Top-Themen, die 2023 Unternehmen in Deutschland bewegen

  • Heute im Fokus: Eine etwas andere Perspektive auf das “ich-kann-es-nicht-mehr-hören”-Thema Digitale Transformation

  • Der letzte Leader's Digest wurde im Juli verschickt - die lange Pause hat gute Gründe. Alle Updates über meine neuen Projekte


 

Nach vielen Gesprächen in den letzten Monaten mit Unternehmern und Führungskräften aus Mittelstand und Konzernen zeigt sich ein deutliches Bild über die Challenges, Trends und Technologien, die die Top-Entscheider der deutschen Wirtschaft bewegen, wenn es um das Thema Zukunftsfähigkeit geht. Es gibt branchenspezifische Herausforderungen, aber zusammenfassend zeichnet sich ein glasklares Bild an Problemen, die branchenübergreifend die Suche nach Lösungen antreiben, um sich für die - teilweise sehr nahe - Zukunft aufzustellen.

Für Entscheider ist es kritisch, die Hintergründe zu verstehen, um ursachenorientiert Lösungen zu finden, die die Herausforderungen dauerhaft lösen.

Im Leader’s Digest beleuchten wir die Big Five der branchenübergreifenden Top-Themen und -Herausforderungen, die brandaktuell die Agenden der Leadership-Meetings bundesweit beherrschen.


Die Big Five der branchenübergreifenden Top-Themen und -Herausforderungen 2023


🛑 1) Der Dauerbrenner: Digitale Transformation

Der digitale Wandel, den seit Jahren nahezu alle Unternehmen durchlaufen, bringt in der Umsetzung enorme Herausforderungen mit sich: Change Management, Re- und Upskilling der Mitarbeitenden und immer wieder Skeptiker und Verweigerer, mit denen umgegangen werden muss. Oftmals ist die größte Challenge aber, dass die erhofften Business-Outcomes nur teilweise oder gar nicht realisiert werden.


🛑 2) Der neue Gigant: Fachkräftemangel

Die gesamte (!) deutsche Wirtschaft klagt mittlerweile über Fach- und Arbeitskräftemangel. Von Hidden Champion bis zum globalen Player mit starker Brand. Gehaltsvorstellungen von Bewerbern explodieren, die Ansprüche und Erwartungen der Mitarbeitenden steigen stetig weiter. Die Realität zeigt: Hochglanz-Recruiting-Kampagnen reichen bei weitem nicht aus. Für den Fachkräftemangel gibt es keine einfachen Lösungen. Aber Lösungen existieren.


🛑 3) Der Rising Star unter den Top-Herausforderungen: Retention & Performance

Fachkräfte zu finden und zu überzeugen wird immer schwieriger. Die Bindung bestehender Mitarbeitender und die Steigerung ihrer Produktivität rückt damit zunehmend in den Fokus von Unternehmen jeder Größe und Branche. Wie erfolgreich Mitarbeitende gehalten werden variiert allerdings stark.


🛑 4) Der #1 Reibungspunkt: Hybrid- und Remote-Arbeit

Das Thema “nicht vor Ort arbeiten” flammt immer wieder auf. Die Diskussionen sind langwierig und werden oft von Meinungsführern an den “100-Prozent-Enden” des Spektrums angeheizt. Die Philosophie des Hardcore-“Ich-muss-die-alle-sehen”-Lagers kollidiert stark mit dem neuen Selbstverständnis der “Produktiv-am-Strand”-Generation. Ungeachtet der hitzigen Diskussion werden in immer mehr Unternehmen sinnvolle Lösungen gefunden und festgehalten. Der Mainstream sowohl auf Arbeitgeber-, als auch auf Arbeitnehmerseite scheint Misch-Modelle mit einer festen Anzahl an Tagen im Büro zu bevorzugen. Die große Frage bleibt jedoch, wie abgegrenzt die Home-Office-Diskussion geführt werden kann. Wenn Top-Talente bald nur noch Remote verfügbar sind - ergibt es überhaupt Sinn, sich heute auf feste Regeln festzulegen?


🛑 5) Die wenig greifbare Geheimwaffe: Kulturwandel

In vielen Unternehmen ist sich die Führung einig: Der Schlüssel zu mehr Performance liegt im Kulturwandel. Der Traum: Unternehmerisch denkende und mitdenkende Mitarbeitende, die selbstständig Themen identifizieren, Lösungen finden und mit hoher Veränderungsbereitschaft und Innovationslust neue Technologien und Trends für das Unternehmen nutzbar machen und eigenständig und eigenverantwortlich Themen umsetzen. In der Realität zeigt sich eine deutliche Lücke zum Zielzustand. Ein häufiges Problem: Die gewünschte Kultur will sich einfach nicht im Unternehmen etablieren. Die für viele Entscheider offene Frage: Wie haben es die erfolgreichen Beispiele geschafft, ihre Belegschaft in die neue Arbeitskultur zu leiten?


🟢 ...und was ist mit Innovation, Regulatorik, Globalisierung, Supply-Chain & Co.?

Die Agenda der Geschäftsführung umfasst mehr, als das Wohlergehen der Belegschaft. Wie kommt es, dass Innovationskraft & Co. im Leader's Digest keinen dedizierten Abschnitt bekommen?


Ganz einfach: Weil sie bestenfalls lokale Probleme und Input-Faktoren darstellen. Innovation ist hauptsächlich Methodik, die eingekauft werden kann. Regulatorik ist eine Gegebenheit, auf die eine sinnvolle Reaktion erarbeitet werden kann. Globalisierung ist ein reiner Umstand. Erst die Implikationen, zum Beispiel auf die Verfügbarkeit von Fachkräften, machen ein Thema actionable.


 

Der Leader’s Digest wäre kein Digest, wenn wir nicht in die Ursachen tauchen und im Anschluss konkrete Lösungsansätze zeigen würden.


Heute im Fokus ist Thema 1 von 5:


Deep-Dive: Dauerbrenner Digitalisierung


Warum Digitalisierung nicht die gewünschten Ergebnisse bringt

Viele Digitalisierungs-Programme sind Technologie- und Hype-getrieben, statt Business-fokussiert.


Der Grund: (Tech-)Transformationen beginnen oftmals mit dem Leitsatz:

“Wir müssen digitaler/agiler/innovativer werden”.

In der Folge rückt Technologie in den den Fokus. Viele Transformationen enden als hype-getriebene, von der Belegschaft wenig ernst genommene und als kosmetisch wahrgenommene Phase, “die auch wieder vorbei geht”.


Wir haben es bei Big Data gesehen: Gigantische Data Lakes und hybride Cloud Powerhouses wurden gebaut. Die Hoffnung war: Mit ausreichend großen Datenmengen im “Lake” wird es schon irgendwann möglich werden, dicke Fische zu fangen. Bis heute ist die Ausbeute unter dem Strich für die meisten Lake-Besitzer eher mager.


Aber Big Data ist nur ein schillerndes Beispiel aus der Kaskade an abgebrochenen Technologieprojekten.

Wir sehen es ganz aktuell: Der große Run auf Large Language Models (LLMs). Immer mehr Unternehmen planen oder sind bereits dabei, eigene LLMs zu trainieren. Die Hoffnung: Wenn nur irgendwie die eigenen Daten dahinterstecken, wird die KI schon sinnvolle, für das Unternehmen nutzbare Dinge damit anstellen.

Ob das klappen wird?

Bestenfalls fragwürdig.


Wie es besser geht:


Schritt 1) Die zentrale Fehlannahme, dass Digitalisierung technologischen Wandel erfordert, zur Tür hinauskehren.


Schritt 2) Direkt hinterher gekehrt gehört der übliche “Divide and Conquer”-Ansatz.

Was ist damit gemeint? Digitalisierungsarbeit findet zum größten Teil offline statt. An Whiteboards, auf Papier und in Workshops, in denen durchaus auch mal mit (physischen) Lego-Blöcken Modelle gebaut werden.


Oftmals wird dann das Ergebnis der Workshops letztlich an Computern umgesetzt, weil Rechner aktuell das sinnvollste Werkzeug darstellen.


Wichtig zu verstehen ist dabei: “Digital” bedeutet nicht “elektronisch”. Digital bedeutet lediglich, dass sich Probleme in Zahlen (”Digits”) überführen lassen. Schon die alten Römer haben Digitalisierungsprogramme durchgeführt - damals noch ganz ohne Laptops.


Direkt einher mit diesem Missverständnis geht, dass verursacht durch den Technology-First-Ansatz, bei Digitalisierungs-Initiativen die Strukturen im Unternehmen erst gar nicht hinterfragt werden.


Ein Grundproblem bei der Digitalisierung:

Die klassischen, siloartigen Denkweisen verwischen in der heutigen Welt, weil Technologie die Barrieren durchlässiger macht.

Allerdings gilt: Technologie ermöglicht es in vielen Fällen zwar, cross-funktional und Bereichsübergreifend zu arbeiten. Aber Technologie ist nur der Enabler. Sie kann keine festgeschriebenen Unternehmensstrukturen auflösen. Das ist Führungsaufgabe. Wenn die auf dem Organisations-Chart festgehaltene Silo-Struktur bleibt, wie sie ist, werden die Wellen, die Technologie schlägt, immer an den Silo-Wänden hängen bleiben - und Digitalisierung nur sehr begrenzte Mehrwerte bringen.


Auf den Punkt gebracht:

Technologie steht nicht im Zentrum des Wandels. Das Unternehmen, also die Mitarbeiter und die Kunden, stehen im Zentrum.

Im ersten Schritt muss untersucht werden, was Kunden als Mehrwert-steigernd wahrnehmen.

Im zweiten Schritt leiten sich daraus Innovations-, Organisations- und Prozess-Themen ab.

Erst im dritten Schritt kommt Technologie ins Spiel. Und zwar konkret bei der Frage, ob Dinge, die Kunden sich wünschen, durch Technologie ermöglicht werden können.


Mehr dazu?


Für eine tiefer gehende Diskussion - schreib mir eine Mail und lass uns sprechen:



 


Was gibt es Neues bei Philipp?


Der letzte Leader's Digest ist einige Monate her - und ich wurde mehrfach gefragt, wieso es eine deutlich verlängerte Sommerpause gab.


Die Kurzfassung: Den August habe ich als Mini-Sabbattical dem Segeln gewidmet.

Im September gab es einige neue Themen, die den Leader's Digest immer wieder nach hinten geschoben haben.


Dozentenstelle - Entrepreneurship & Innovation

Seit knapp 10 Jahren gebe ich Gastvorlesungen an verschiedenen Universitäten und Hochschulen bundesweit. Anfang diesen Jahres wurde ich von der Wiesbaden Business School gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, die Vorlesung "Entrepreneurship & Innovation" im WS23/24 zu übernehmen.

Das Angebot war zu verlockend und seit Mitte Oktober bin ich offizieller Lehrbeauftragter an der Wiesbaden Business School


Energie-Start-Up: HOPES Energy

Zu HOPES Energy kam ich Anfang 2023 als Berater. Nach einigen Monaten der zusammenarbeit bot mir das Gründungsteam an, als Gesellschafter einzusteigen und die Themen Strategie und Finanzen zu Verantworten. In den folgenden Monaten war ich hauptsächlich im Hintergrund aktiv, da die primäre Arbeit bei unseren Ingenieuren lag, um die Technologie in Richtung Marktreife zu entwickeln. 

In letzter Zeit ist meine Rolle aktiver geworden. Es haben sich einige Gespräche mit Investoren konkretisiert und wir konnten im Oktober mit zwei Geldgebern Deals abschließen.

Dazu sind wir ins Finale des Hessischen Gründerpreises eingezogen. Ende November ist der finale Pitch und die Preisverleihung - stay tuned.


Project Sparrow

Seit einigen Monaten ist "Sparrow" in der Mache. Ein Professional Services Start-Up für Beratungen. Wir bieten im Kern zwei speziell auf Beratungen zugeschnittene Leistungen, die dabei helfen, die Pipeline zu füllen und Opportunities zu gewinnen:

1) Gezieltes, auf Consultants spezialisiertes Training um das gesamte Team dazu zu befähigen, Kundenbeziehungen aufzubauen und mehr Opportunities zu erkennen um damit warme Leads an (Senior) Manager, Direktoren und Partner übergeben zu können.

2) Pursuit Coaching, d.h. hands-on Unterstützung um Opportunities strukturiert und zielgerichtet zu verfolgen und damit die Gewinnchancen signifikant zu steigern.


Wir suchen für Sparrow noch Pilotkunden!

Wenn du in einer Beratung arbeitest und die Opportunity-Pipeline voller sein könnte - melde dich! Wir bieten zum Start deutlich vergünstigte Trainings-Preise und freuen uns über Kontakte.




 
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