Ein extrem Unterschätztes Thema: Die 4 Wachstumshebel jedes Unternehmens
- philipp416
- 24. Sept. 2025
- 5 Min. Lesezeit

Ich habe als Berater in den Big4 lange der Behauptung geglaubt, dass es schwierig und komplex sei, Unternehmen aufzubauen und zu steuern.
Aber nachdem ich mein eigenes Unternehmen auf 15 Mitarbeiter aufgebaut - und es dann bei gleichem Umsatz wieder auf 3 Mitarbeiter abgebaut und die Komplexität reduziert habe, habe ich die gleichen Vorgehensmodelle genutzt, um bei Kunden mit bis zu 150.000 Mitarbeitern für Klarheit und Fokus zu sorgen.
Eins ist dabei völlig offensichtlich:
Komplexität kann man mit Komplexität bekämpfen.
Aber viel besser ist es, sie einfach zu reduzieren.
Aber ein Schritt zurück.
Common Sense sagt: Wer wachsen möchte, der braucht:
Mehr Produktentwicklungsprozesse
Mehr Produkte
Mehr Vertriebskanäle
Mehr Prozesse
Mehr Mitarbeiter
Kurz gesagt: Mehr von allem!
Aber Komplexität hilft in erster Linie externen Dienstleistern, die erst Probleme größer machen, als sie sind und dann dabei "helfen", mit der neu gewonnenen Komplexität umzugehen.
(Wichtiges Detail: Sie helfen dabei, Komplexität zu managen. Nicht dabei, sie zu reduzieren.)
Die Kernfrage ist damit:
Wie reduzieren wir Komplexität, statt sie zu verwalten?
Die Antwort besteht aus 4 Möglichkeiten bzw. Hebeln
Den Fokus auf die zentralen Value Propositions legen
Die wichtigsten Umsatztreiber identifizieren
Prozesse kritisch analysieren und vereinfachen
Hierarchien und Silos abbauen
Um zu verstehen, was hinter diesen vier Hebeln steckt, brauchen wir einen kurzen Recap dazu, wie im Kern JEDES Unternehmen funktioniert.
Von Chemieherstellern mit 130.000 Mitarbeitern, über Automobilzulieferer mit 4.000 Mitarbeitern bis hin zu IT-Dienstleistern mit 250 Mitarbeitern - und selbst 3-Personen-Garagen-Start-Ups:
Jedes Unternehmen besteht im Kern aus Vier-Säulen, die es zu einer wirtschaftlich funktionierenden Organisation machen:
1 - Product Offering a.k.a. Produkt- oder Leistungsangebot
Produkt oder eine Dienstleistung, die eine klar definierte Value Proposition für eine klar definierte Kundengruppe bietet.
2 - Revenue Operations a.k.a. Marketing & Sales
Vermarktung und Vertrieb des Versprechens, Kunden den definierten Value zu bringen. "Revenue Operations" klingt wie eine kryptische Formulierung von "Marketing & Sales", macht es aber letztlich einfacher, konkrete Schritte zu definieren.
3 - Value Delivery a.k.a. Produktion
Lieferung und Leistung des versprochenen Value, so dass die Leistungserbringung das Unternehmen weniger kostet, als der Kunde dafür bezahlt hat.
Auch hier gilt: Klingt ungewöhnlich formuliert, aber bringt viel mehr Klarheit als ein Überbegriff wie "Produktion", denn es steht der Customer Value im Fokus.
4 - Management & Leadership
Ein Konstrukt, dass nur ein Ziel hat: Den Ressourcenverbrauch zu minimieren. Für a) die Schritte 1-3 und b) sich selbst.
Alle vier Säulen haben letztlich nur ein Ziel: Möglichst effizient Customer Value identifizieren und liefern.
Jedes Unternehmen hat nahezu unbegrenzt viele Handlungsoptionen, die es innerhalb der vier Säulen wählen kann.
Alle Entscheidungen der Leadership zielen letztlich darauf ab:
entweder innerhalb der vier Säulen für mehr Effizienz zu sorgen
oder eine oder mehrere der Säulen auszubauen und zu stärken

Jedes bestehende Unternehmen hat einen oder mehrere funktionierende Pfade durch diese vier Säulen gefunden (siehe grüne Kästen als exemplarische Darstellung).
Aber: Nicht alle Pfade durch die vier Säulen sind gleich breit. Es gibt in jedem Unternehmen irgendwo einen Engpass. Wenn Wachstum erzeugt werden soll, dann geht es immer und ausschließlich darum, den aktuellen Engpass zu identifizieren und zu lösen.
Realistisch betrachtet ist vielen Führungskräften der Engpass grob bewusst.
Die Frage ist also: Wobei hilft uns dieses Modell jetzt genau?
Dabei, den Fokus richtig zu setzen.
Denn wenn der Engpass einmal identifiziert ist, wird gerne während des Lösungsprozesses von den Beteiligten Personen auf andere Säulen oder andere Bereiche innerhalb der Säulen gezeigt.
Der Vertrieb zeigt auf die Produktion. Die Produktion zeigt auf die Produktentwicklung. Die Produktentwicklung zeigt auf das Management. Und das Management zeigt auf den Vertrieb.

Das Ergebnis ist meistens eine der folgenden Entwicklungen:
1) Der eigentlich problematische Bereich, verweist auf eine andere Stelle. Dort wird angesetzt, aber letztlich geht die Aktion am eigentlichen Engpass vorbei. Das Ergebnis ist gefühlter Fortschritt, bei dem sich allerdings keine Ergebnisse zeigen
2) Verschiedene Stellen zeigen aufeinander. Es wird an mehreren vermeintlichen Engpässen gleichzeitig gearbeitet. Oft haben diese auch noch gegenseitige Abhängigkeiten voneinander. Das Ergebnis ist Aktionismus mit geringen bis komplett fehlenden Resultaten.
3) Verschiedene Stellen blockieren so lange, bis die Schlussfolgerung ist, dass intern nichts weitergeht. Es wird eine externe Lösung gesucht. Es werden verschiedene Lösungen vorgeschlagen und implementiert, die alle am eigentlichen Problem vorbeigehen.
Alle drei Wege haben gemeinsam, dass die Komplexität immer weiter steigt, bis auf ein nicht mehr zu handhabendes Level.
Externe Dienstleister sehen die Lösung darin, neue Tools, Systeme, Methoden (genauer: IHRE Tools, Systeme, Methoden) einzuführen.
Aber damit wird nicht der Kern des Problems gelöst.
Sondern es wird über die vorhandene, schwierig zu durchdringende Komplexität eine Glocke gelegt in der Hoffnung, dass sich unter der Glocke Dinge schon irgendwann von selbst ordnen.
Was wirklich hilft:
Zum Kern des Problems vordringen und die Hebel identifizieren, die den Engpass lösen und den Customer Value steigern.
Ein schneller Weg, um den Kern des Problems zu identifizieren
Viele Wege führen zur Ursachenidentifikation inklusive Lösung.
Ein Weg, den ich beim Aufbau meines Unternehmens entwickelt habe, und der bei ausnahmslos allen meiner Kunden funktioniert hat, ist die Customer Value Map.
Die Customer Value Map geht in jeder der vier Säulen in die Frage, wie Customer Value jeweils überhaupt entsteht, welche die wichtigsten Hebel sind, um ihn zu schaffen, und auf der detailliertesten Ebene gibt es Vorschläge für ganz konkrete Maßnahmen die an der eigentlichen Ursache ansetzen.
Wichtig dabei: Alle Maßnahmen können mit internen Ressourcen abgebildet werden.
Falls einzelne Skills nicht vorhanden sind, können entsprechende Mitarbeiter eingestellt oder bestehende trainiert werden. Aber die Lösung ist nicht: "Externe Dienstleister einkaufen".

Wer die Customer Value Map konsequent nutzt, um Komplexität herunterzubrechen und konkrete Ursachen aktueller Engpässe zu identifizieren, die Wachstum hemmen, schafft Transparenz und Klarheit für sich und für das gesamte Unternehmen.
Und Transparenz und Klarheit sind immer der wichtigste Schritt zur Lösung des Problems.
Konkret bedeutet das: Säule für Säule durchgehen, jeweils ins Detail gehen und den Engpass finden. Und dann Entscheidungen treffen, die ihn beheben.
That's it.
So wächst der Umsatz, während gleichzeitig Komplexität reduziert und Kosten gesenkt werden.
Garantiert. Denn am Markt funktionieren Klarheit und Geschwindigkeit, nicht Komplexität und Selbstverwaltung.
P.S.: Du möchtest in deinem Unternehmen/Bereich/Team Transparenz und Klarheit schaffen?
Ich unterstütze dabei, Engpässe zu beheben, Umsatzpotenziale zu identifizieren und konkrete Handlungsschritte abzuleiten.
Lass uns bei einem virtuellen (oder echten!) Kaffee zu Euren Zielen sprechen.
Meine Leistungen in der Übersicht:
1 | Ist-Stand erfassen
➡️ Readiness und Maturity Assessments, Fit-Gap Analysen, Marktpotentialanalysen, Zielbildentwicklung
2 | Soll-Stand definieren
➡️ Business Model Development, POC/MVP-Entwicklung & Skalierung
3 | Veränderungen umsetzen & Ziele erreichen
➡️ Change Management, Organisations- & Führungskräftentwicklung
Ob stundenbasiert im 1:1 Sparring, für einen Tages-Workshop oder für ein mehrwöchiges Projekt - ich unterstütze bei Konzeption, begleite die Umsetzung und befähige dein Team.
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